B>Meeting 2025 – Barcelona International Dance Exchange

Vom 25. bis 29. Juni nahmen Silvia Ehnis Pérez Duarte, Kuratorin der TANZRESIDENZ, und Simone Kieltyka, Künstlerin im Quartier am Hafen, am B>Meeting 2025 in La Caldera (Barcelona) teil – einem der Austauschformate der Plattform BIDE (Barcelona International Dance Exchange), geleitet von Sebastián García Ferro in Zusammenarbeit mit Zoë Gadd. Simone Kieltyka nimmt bereits seit vielen Jahren am B>Meeting teil und initiierte diese Verbindung. 2024 besuchten Sebastián und Zoë Köln, um eine Zusammenarbeit zwischen beiden Städten zu konzipieren. Um diese Pläne weiterzuentwickeln, reisten nun Silvia und Simone nach Barcelona. 

Der fünftägige Austausch brachte Tänzer*innen, Choreograf*innen und Tanzmanager*innen in unterschiedlichen Karrierephasen aus Europa und Lateinamerika zusammen. Tanzstudierende, Absolvent*innen, Choreograf*innen und Festivalorganisator*innen trafen sich und arbeiteten gemeinsam. Die BIDE-Methodologie förderte eine offene Zirkulation von Ideen, Themen und tänzerischen Ansätzen in einem kooperativen Umfeld, das auf Zusammenarbeit und Neugier basierte. Ein Hinweis an jeder Studiotür gab den Ton an: „Enter with a yes!“ 

Das Programm umfasste Workshops von 3 und 6 Stunden, Speed-Dating-Formate, spontane Gespräche während der Mahlzeiten sowie ein Pica Pica am Ende jedes Tages. Die Teilnehmenden konnten ihre aktuellen Forschungsthemen und spontane Vorschläge für Workshops einreichen. Die Themen waren vielfältig: Bewegungsforschungen zu Mosh-Pits, zu Grenzen und Migration, zu Monstern oder zu zukünftigen Imaginationen. Da das Treffen mit dem 30-jährigen Jubiläum von La Caldera zusammenfiel, nahmen die BIDE-Teilnehmenden auch an einer Jam mit der lokalen Szene teil. Zusätzlich gab es Workshops mit anderem Fokus, wie die Manual Thinking Method von Olga Sasplugas zur kollektiven Projektkonzeption. Die Partnerorganisationen stellten ihre Arbeit vor: Silvia präsentierte das Quartier am Hafen gemeinsam mit internationalen Partnern, wie Quinzena de Dança de Almada in Portugal, die Residenzen und Festivalpässe anboten, die am Ende des Treffens über einen Open Call vergeben wurden. 

Während des gesamten Treffens tauschten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen, Fragen und aktuellen Interessen aus – sowohl mit Künstlerinnen, die regelmäßig zurückkehren, als auch mit Erstteilnehmenden. So entsteht ein langfristiger Vernetzungsraum, geprägt von Offenheit und dem Aufbau von Allianzen. Die BIDE-Plattform verbindet Tanzkünstlerinnen weltweit durch verschiedene Formate wie B>Landing oder B>Satellite, die an verschiedenen Orten stattfinden. Bei jedem Format erhalten ausgewählte Teilnehmende Stipendien für das nächste B>Meeting, das zentrale Format dieser Plattform. Diesmal erhielten beispielsweise Studierende der Autonomen Universität von Baja California (UABC), die am B>Landing in Mexicali, Mexiko teilgenommen hatten, sowie Studierende des Masterprogramms der Sporthochschule Köln Stipendien für die Teilnahmegebühr und trafen sich in Barcelona. 

Ein weiteres Beispiel ist die mexikanische Choreografin und Tänzerin Penélope Quero, wiederkehrende Teilnehmerin am B>Meeting, die ein Stipendium des British Council für eine Residenz in Barcelona erhielt und diese so plante, dass sie mit dem B>Meeting zusammenfiel. Anschließend reiste sie durch Deutschland, um ihre Forschung fortzusetzen, und bekam durch BIDE-Kontakte Einladungen zu einer Residenz im CCCC in Köln sowie einen Besuch bei einer Residenz von TachoTinta am Ringlokschuppen Ruhr in Mülheim an der Ruhr. 

Diese Erfahrung wirft nun die Frage auf, wie ein nachhaltiger Austausch zwischen BIDE und Quartier am Hafen etabliert werden kann – zwischen den Tanzszenen Barcelonas und Kölns, um sowohl den künstlerischen als auch den strukturellen Austausch zu stärken. Nach Gesprächen mit dem BIDE-Team, sowie mit Javier Cuevas (künstlerischer Leiter von La Caldera), und Joachim Bernauer und Lupe García vom Goethe-Institut Barcelona, ist der nächste Schritt, 2026 eine Austauschresidenz in Köln anzubieten – mit dem Ziel eines jährlichen Austauschs zwischen beiden Städten, der den praktischen Austausch zwischen Künstler*innen dieser Tanzszenen in den Mittelpunkt stellt.

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