Omer Halperin – Residenz Kunststiftung NRW


Bis zum Ende des Jahres 2025 ist Omer Halperin als Residenzkünstlerin im Quartier am Hafen zu Gast.

Die Figuren in Omer Halperins Werken entstehen aus einem fortwährenden Interesse an der menschlichen Psyche, wie sie sich in der Fülle der Widersprüche zeigt, die ein Mensch in sich trägt. Sie ist fasziniert von der Gesamtheit menschlicher Erfahrung und insbesondere vom Ringen darum, Emotionen und Instinkte im Kontakt mit der Außenwelt zu regulieren. Die von ihr gezeichneten Figuren äußern sich nicht durch Klang oder Sprache. Stattdessen drücken sie sich durch Emotionen aus, die sie in ihren Augen verortet. Während die Figuren ihre Geheimnisse fest in sich bewahren, offenbaren sie zugleich den Wunsch, etwas preiszugeben.

Ihre Arbeiten entstehen durch Kohle und weichen Pastellkreiden auf Papier und zeigen menschliche Figuren, Innenräume sowie indexikalische Objekte. Da es kein äußeres Bild oder keine Referenz gibt, die den Arbeiten zugrunde liegt, wird der Malprozess zu einem Akt der Kontemplation und nicht der Beobachtung. Jede Zeichnung erfordert ein Verweilen; über mehrere Monate hinweg beobachtet, sucht und registriert sie. Dieser Prozess kulminiert schließlich in einer kreisförmigen Bewegung: Während ihre inneren Beobachtungen durch äußere Gesten Gestalt annehmen, scheinen die Figuren selbst einen Akt des Betrachtens zu vollziehen – bis hin zu dem Gefühl, dass sie den Blick erwidern.

Omer Halperin lebt und arbeitet in Tel Aviv. Sie erhielt ihren BFA und MFA an der Bezalel Academy of Art and Design in Jerusalem und nahm an einer Vielzahl an Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland teil. 

Die Residenz wird gefördert durch das Quartier am Hafen und durch die Kunststiftung NRW.