Residenz Kunststiftung NRW – Karen Dolev


Karen Dolev ist Stipendiatin des 6-monatigen Residenzprogramms der Kunststiftung NRW und ist von Januar bis Juni in Residenz im Quartier. Karen Dolev ist bildende Künstlerin aus Tel Aviv-Jaffa. Ihre Arbeit untersucht die Schnittstellen zwischen dem Spirituellen und dem Tiefgründigen sowie dem Kommerziellen und dem Roh-Unmittelbaren. Sie arbeitet hauptsächlich zeichnerisch mit Softpastellkreiden auf empfindlichem Papier. Die fragilen Oberflächen und pudrigen Pigmente erzeugen eine intensivierte, leuchtende Materialität. Durch den Einsatz von Licht und Farbe versucht sie, einen schwebenden Raum zu artikulieren – ruhig und ätherisch.

Ausgehend von einer Kultur visueller Überfülle und Sättigung bezieht sich Dolev sowohl auf persönliche Geschichte als auch auf Ikonografien der Populärkultur. Sie arbeitet häufig mit gefundenem Bildmaterial, jedoch nicht als einzelne Objekte, sondern als Systeme: Skalen, Farbtafeln, Kataloge und Spektren, die eine Serie statt eines einzelnen Zeichens definieren. Sobald diese Elemente festgelegt sind, arbeitet sie intuitiv mit ihnen weiter und kanalisiert deren Essenz. Licht steht dabei im Zentrum des Prozesses. Himmelskörper erhellen ihre Werke von innen heraus und strahlen nach außen. Diese Leuchtkraft wirkt transportierend. Dolev versucht, Wahrnehmungsgrenzen zu verwischen und unterschiedliche Sinne anzusprechen; ihre Arbeiten evozieren Geruch, Empfindung, Emotion und Erinnerung und sind zutiefst sensorisch.

In Zusammenarbeit mit der Kunststiftung NRW ermöglichen wir Künstler*innen aus dem Bereich Visuelle Kunst aus Israel einen sechsmonatigen Aufenthalt in unseren Residenz-Ateliers. Gemeinsam mit dem Goethe Institut Israel und der Kunststiftung NRW werden die Stipendiat*innen ausgewählt.