KÜNSTLERISCHES VORHABEN
Practises of democratic resistance: In der dreiwöchigen Residenz wollen wir als Musiker*innen und Performer*innen zusammenkommen und gemeinsam nach sozialen wie performativen Praktiken suchen, die demokratischen, partizipativen und resilienten Widerstand gegenüber zunehmender Übergehung demokratischer Interessen ausdrücken. In einer Welt in der der Begriff “Widerstand/Kampf” oft stark polarisiert wird und oftmals zu mehr Trennung als zu Verbindung und Verständnis führt, wollen wir mithilfe von Playfight, einer konsensuellen und gewaltfreien Kampfpraxis und live Musik, das Potenzial von offener, spielerischer und hierachiearmer Verhandlung aufzeigen.
Durch spielerische und scorebasierter Arbeitsweise konzentrieren wir uns auf die softskills einer Demokratie, um derzeitige politische Machtkämpfe und deren Mechanismen zu reflektieren. Vor dem Hintergrund momentan geführter sprachlicher Debatten, den allzu körperlich schmerzhaften und undiplomatischen Kämpfen, stellen wir uns die Frage: Wie können demokratische Werte körperlich und gewaltfrei verhandelt werden, um rückwirkend einen positiven Einfluss auf die Sprache zu nehmen?
Team:
Konzept/Choreographie/Performance: Salome Kehlenbach Choreographie/Performance: Julika Schlegel
Choreographie/Performance: Kathrin Schilbach
Musik/Performance: Elli Pieper
Musik: Maria Zwerschke
Die Tanzresidenz #147 mit dem Titel Practises of democratic resistance findet im Zeitraum vom 8.12.2025 – 28.12.2025 statt.
VITA
Salome Kehlenbach lebt in Köln und arbeitet seit 2016 als freischaffende Performerin, Tanzvermittlerin und Choreographin zwischen NRW, Bremen und Nürnberg. In ihrer künstlerischen Praxis forscht sie zum Thema ökologische Koexistenz und demokratischem Widerstand. Zusammen mit dem nrw landesbüro für tanz und dem COMEDIA Theater vermittelt sie damit in diversen Demokratie fördernden Bildungskontexten. Als Choreographin kollaborierte sie mit den Tanztagen Potsdam, der TanzFaktur Köln und der Tafelhalle Nürnberg. Als Performerin arbeitete sie u.a. mit Beate Höhn, Ingo Reulecke, Eva Borrmann, Bridgeworks, dem Brachland Ensemble und CUTTY SHELLS. Sie studierte Tanz am MindandDance in Nürnberg und im Master Choreographie am HZT Berlin. Julika (Juli) Schlegel befasst sich als Tanzschaffende und Communityaktivist*in mit Tanz als Begegnungsprinzip individuell und in Gemeinschaft. Alle Tanzformate versuchen Zugang für jeden Menschen zu schaffen, ferner der Tanz- und Kunsterfahrungen, Bildung und finanziellem Möglichkeiten. Juli ist künstlerisch aktiv in der freien Szene darstellender Künste Hamburg und Köln und seit 2017 tätig als freie Tänzer*in, Produzent*in und Tanzvermittler*in. Zwischen Nachhaltigkeit, bildungspolitischen Aktivismus und digitalen Medien oszillieren die Projekte, die zukunftsweisend sind und zugleich durch Tanz einen Mehrwert für die Menschen schaffen möchten. Seit 2020 initiiert Juli offeneTanzräume im Land- sowie im Stadtraum und arbeitet kollektiv, u.a. mit den Tülvistas, an der Schnittstelle politische Bildung und Ästhetik. Kathrin Schilbach studiert seit Oktober 2025 Tanzvermittlung am Zentrum für Zeitgenössischen Tanz in Köln. Sie unterrichtet an verschiedenen Tanzschulen in Köln und sammelte verschiedene Performance Erfahrungen,beispielsweise beim Festival „Wem gehört die Bühne?“ des Schauspiel Köln. Zurzeit forscht sie an der Schnittstelle von Tanz und verschiedenen martial arts Formen. Elli Pieper versteht sich als Community Dance Aktivistin. Sie schafft Räume an der Schnittstelle von Tanz, Körperarbeit und Musik mit dem Ziel innere und gesellschaftlich marginalisierte Stimmen zu stärken und Raum für Berührbarkeit und Dialog zu schaffen. Nach ihrem Bachelor „Elementare Musik- und Tanzpädagogik“ in Salzburg, absolvierte sie die „Dance Ability Teacher Certification“ und das „Holistic Dance Teacher Training” in Wien sowie ein 200h Yoga Teacher Training. Außerdem gründete sie eine mixed-abled Tanzgruppe in Salzburg, wodurch ihr Interesse an der gesellschaftspolitischen Bedeutsamkeit von Community Tanzprojekten vertieft wurde. Diesem Interesse geht sie nun seit Oktober 2024 in ihrem Master „Tanzvermittlung“ am Zentrum für Zeitgenössischen Tanz in Köln nach.
Maria Zwerschke (*1998) lebt und arbeitet im Bereich Neue Musik, Klassik und Musikpädagogik im Raum Köln. Nach dem Besuch der Berufsfachschule für Musik Plattling folgte ein Studium der Elementaren Musikpädagogik an der Hochschule für Musik Nürnberg. Aktuell befindet Maria sich im Master Interpretation Neue Musik an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Susanne Blumenthal, Camila Moukarzel und Jennifer Seubel. Seit 2020 ist Zwerschke in der Grundförderung der Friedrich-Ebert-Stiftung. In interdisziplinären Projekten setzt Maria sich mit erweiterten Rollen und Funktionen von Musik und deren Ausführung auseinander, z.B. durch Anwendung von Live-Elektronik oder performativen Anteilen.
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Foto © Jo Zeidler

