Tanja Goethe und Christian Odzuck – Terrassino Poll

Ihr gemeinsames Interesse für die Prozesse der Stadt verbinden die Künstler Tanja Goethe und Christian Odzuck in der Konzeption und Realisierung einer Arbeit für den Aussenraum des Quartier am Hafens.
 
Der Ausgangspunkt für die von Linda Nadji kuratierte Ausstellung TERRASSINO POLL ist sehr konkret. Als Baumaterial fungieren Kunststoffhocker, wie sie in südlichen und asiatischen Ländern allgegenwärtig als lose Arrangements in der Stadt anzutreffen sind. Durch diese entstehen selbstentwickelte Freiräume mit einer hohen informellen urbanen Qualität.
 
Ein gestufter Block, der leicht und filigran in die Höhe wächst. Eine Wiederholung des immer gleichen Modells eines Kunststoffhockers. Die Skulptur wird dem zeitlichen Prozess überlassen und die Streben werden von Früchten tragenden Ranken überwuchert.
 
Ihrem Interesse für Brach- und Parkflächen folgend, spielt Goethe mit den Möglichkeiten die Akteure, Historie und Bestandteile wie Erde, Pflanzen und Bebauung in den urbanen Raum einbringen, und löst aus den Recherchen Bilder für Transformationen dieser Orte heraus.
Die Ausstellungsreihe Gustavs Park entwickelte sie als Künstlerin auch kuratorisch. Neben den Arbeiten anderer Künstler wurde 2015 ihre permanente Installation Khave Molasi vor dem Maschinenhaus Essen gebaut – eine Sitzgruppe aus Keramik- und Betonabformungen eines Kunststoffhockers. In Köln arbeitet sie aktuell an einem Projekt für die Raderberger Brache.
 
Ausgangspunkt für Christian Odzucks künstlerische Arbeiten ist das Interesse an Prozessen der Wahrnehmung und die Frage wie Realität in gesellschaftlichen, sozialen und ökonomischen Kontexten entsteht. Durch einen interdisziplinären Ansatz arbeitet er im Zwischenbereich von Bildender Kunst, Architektur und Design. Modulare Systeme mit repetetiven Formen bilden im Aufbau seiner architektonischen Strukturen eine wichtige Rolle. Auf der anderen Seite sind 2014 in Mönchengladbach und 2015 in Rheda-Wiedenbrück große Betonbauwerke als Pavillonarchitekturen entstanden, die seinen subtilen Umgang mit der Bricollage sehr manifest vermitteln.
Ausstellungseröffnung: 27. August 2016 um 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 28. August bis 18. September
Finissage und Künstlergespräch: Sonntag, 18. September um 14 Uhr
Unter dem Arbeitstitel LOVE LETTERS / LIEBESBEWEISE zeigt Linda Nadji die 3. der vier von ihr kuratierten Ausstellungen im Quartier am Hafen. Sie lädt in dieser Reihe Künstler ein, die die gegenseitige Arbeit und Position gut kennen und schon lange planen, in einen Dialog zu treten und Kunst gemeinsam vor Ort zu entwickeln.
Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Köln und dem Quartier am Hafen.
Weitere Programmpunkte zur Ausstellung:
TANZ
Im Anschluss an die Eröffnung findet um 20 Uhr das Showing der Tanzresidenz von Dwayne Holliday “Whittling a dance I want to show” in Zusammenarbeit mit dem ZAIK.
OFFENE ATELIERS
KÜNSTLERGESPRÄCH
Zur Finissage am 18. September findet um 14 Uhr ein Gespräch mit den Künstlern Tanja Goethe und Christian Odzuck über die entstandene Arbeit statt.