Tanja Goethe & Christian Odzuck – Terrassino Poll

Ihr gemeinsames Interesse für die Prozesse der Stadt verbanden die Künstler Tanja Goethe und Christian Odzuck in der Konzeption einer Arbeit für den öffentlichen Aussenraum des Quartier am Hafen.

Der Ausgangspunkt für Terrassino Poll ist sehr konkret. Als Baumaterial fungieren Kunststoffhocker, wie sie im außereuropäischen Raum allgegenwärtig als lose Arrangements in der Stadt anzutreffen sind. Durch diese entstehen selbstentwickelte Freiräume mit einer hohen informellen urbanen Qualität.

Ein gestufter Block, der leicht und filigran in die Höhe wächst. Eine Wiederholung des immer gleichen Modells eines Kunststoffhockers. Die Skulptur wird dem zeitlichen Prozess überlassen und die Streben werden von Früchten tragenden Ranken überwuchert.

Ihrem Interesse für Brach- und Parkflächen folgend, spielt Goethe mit den Möglichkeiten die Akteure, Historie und Bestandteile wie Erde, Pflanzen und Bebauung in den urbanen Raum einbringen, und löst aus den Recherchen Bilder für Transformationen dieser Orte heraus.

Die Ausstellungsreihe „Gustavs Park“ entwickelte sie als Künstlerin auch kuratorisch. Neben den Arbeiten anderer Künstler wurde 2015 ihre permanente Installation „Khave Molasi“ vor dem Maschinenhaus Essen gebaut – eine Sitzgruppe aus Keramik- und Betonabformungen eines Kunststoffhockers. In Köln arbeitet sie aktuell an einem Projekt für die Raderberger Brache.

Ausgangspunkt für Christian Odzucks künstlerische Arbeiten ist das Interesse an Prozessen der Wahrnehmung und die Frage wie Realität in gesellschaftlichen, sozialen und ökonomischen Kontexten entsteht. Durch einen interdisziplinären Ansatz arbeitet er im Zwischenbereich von Bildender Kunst, Architektur und Design. Modulare Systeme mit repetetiven Formen bilden im Aufbau seiner architektonischen Strukturen eine wichtige Rolle. Auf der anderen Seite sind 2013 in Mönchengladbach und 2015 in Rheda-Wiedenbrück große Betonbauwerke als Pavillonarchitekturen entstanden, die seinen subtilen Umgang mit der Bricollage sehr manifest vermitteln.

Die Installation ist permanent im Aussengelände des Quartier am Hafens zu sehen.