Sabine Bokelberg & Bert Didillon – Ideal X

In der Entscheidungstheorie gibt es eine Entscheidungslogik, die in Situationen der Ungewissheit eingesetzt werden kann. Sie nennet sich Effectuation.

Anstatt Ziel- und Zukunftsorientiert zu handeln, gehen die Akteure von den gegebenen Umständen, den verfügbaren Mitteln und den eigenen Möglichkeiten aus. Zufälle und Unerwartetes werden hierbei als Möglichkeit erwogen und können in den Arbeitsprozess einfliessen.

In diesem Sinne ließen sich Sabine Bokelberg und Bert Didillon auf die gegebenen Umstände ein. Nach ersten Begehungen des Ausstellungsraums, der Erkundung der Umgebung des Quartier am Hafens und vorangegangenen Recherchen, begaben sie sich gemeinsam in einen künstlerischen Prozess.

Es fand ein Austausch per mail, per Telefon und per Versenden von Paketen zwischen Berlin und Köln mit Materialien, Ideen und Skizzen statt. So kamen sie auch zu dem Titel. IDEAL X ist der Name eines der ersten Container Schiffe.
Gleichzeitig steht das X in der Mathematik für eine Variable unbekannten Inhalts.

„IDEAL X – Ideal des Unbekannten – Experiment – Geheimnis – Variable – Containerschiff. Für uns prallen da viele Dinge aufeinander, die spannend klingen. Ideal X verspricht etwas und lässt dieses Versprechen als freistehendes X erscheinen, eine Aufforderung sich auf ein Spiel mit einer / etwas Unbekannten einzulassen.“ erklärt Bokelberg.

In diesem gesetzten Rahmen reagierten sie auf Raum, Material und entwickelten in einem stetigem Dialog Schritt für Schritt die Ausstellung.

 Fotos: Martin Plüddermann