IT’S OK

Mehrkanal-Videoinstallation / Tessa Knapp

Freitag 15.12. bis Donnerstag 21.12. 2017

 Fr-Mo 16-20 Uhr und nach Absprache* – wer sich ankündigt* wird mit Tee und Spekulatius empfangen.

 

Die Videoinstallation „I’m sorry“ in Zusammenarbeit mit Bernd Hartwig thematisiert minimalistisch das Motiv der menschlichen Fehlbarkeit und zeigt in serieller Abfolge die performative Auseinandersetzung der verschiedenen Protagonisten.

Johannes Auer, Kurator Galerie B Stuttgart, 2016:

Bei der Videoinstallation „I’m sorry“ sehen wir wieder den dunklen Bühnenraum, in den Tessa Knapp ihre Protagonisten setzt. Den Projektteilnehmern ist eine einfache Aufgabe gestellt: 7 Minuten vor der Kamera allein gelassen sollen sie den Satz “I’m sorry” und/oder “It’s ok” so oft sprechen, wie ihnen möglich und notwendig erscheint. Die Aussage “I’m sorry” bzw. “It’s ok” wird dabei immer zum Endpunkt oder zur Konklusion eines inneren emotionalen Erinnerungsprozesses, den der Protagonist durchläuft und den er mit der entschuldigenden oder bejahenden Aussage beendet.

Ging es bei der Arbeit „99 Beautiful“ um Identität, die Frage “Wer bin ich?” so geht es bei „I’m sorry“ um die Frage „Wie bin ich?”, geht es um die Frage der Humanität. “I’m sorry” und “It’s ok” bilden somit ein binäres Aussagesatzpaar, in dem der emotionale Prozess des Gefilmten oppositär endet. Oder, um diesen Gedanken noch weiter zu treiben: ein analoges Gefühlspanorama mündet in einer digitalen Aussagelogik. Digital ist technisch gesehen ein Dualsystem mit zwei möglichen Signalzuständen. Zustand It’s ok steht gegen Zustand I’m sorry. Der KI-Forscher David Gelernter begreift den menschlichen Geist als Kontinuum von Zuständen, durch die wir uns bewegen. Von emotional bildhaft bis kontrollierend rational. Schauen wir auf diese Installation sehen wir genau dieses prozesshafte Geschehen uns vor Augen gestellt: Die Protagonisten imaginieren einen emotionalen Zustand, bis sie ihn in einem Aussagesatz rationalisieren können: „It’s ok” oder “I’m sorry”. Gefühl und Aussage sind miteinander verbunden: Es sind verschiedene Zustände desselben Spektrums des menschlichen Geistes.

Ich würde ergänzen: “Die Videoinstallation thematisiert minimalistisch das Motiv des Menschlichen, das Spektrum des Humanen als Kontinuum von Gefühl und Ratio.“